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Auf steilen Pfaden

Reisebericht von Dora Keskinoglu

Nach zwei ein halb Monaten im Projektgebiet und mit vielen entzündeten Blutegelbissen und Flohstichen bin ich Ende November 2008 wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Es waren sehr anstrengende Wochen. Tagaus tagein ging es in Begleitung unseres nepalischen Projektleiters Chewang Lama auf steilen Pfaden bergauf und bergab. Dabei haben wir viele tausend Höhenmeter überwunden, sicherlich mehrmals die Höhe des Mount Everest erklommen. Übernachtet und gegessen haben wir in Privathäusern, meistens bei Projektlehrern. So konnte ich den Alltag in Nepal hautnah erleben. Die Abende verbrachten wir am offenen Feuer mit den Familien. Durch diese Nähe zu den Menschen und vor allem mit meinem noch verbesserungsbedürftigen Nepali gab es viele interessante Gespräche. Gerade die Frauen nutzten die Gelegenheit, mit mir über ihre ganz persönlichen Anliegen zu sprechen.

Bis auf zwei habe ich alle 40 von uns geförderten Schulen und auch die fünf  Gesundheitsstationen und das Waisenhaus sogar mehrmals besuchen können. Ich konnte das Projekt in seinen Ausmaßen richtig erfassen. Unglaublich wie groß es ist, ich bin wirklich beeindruckt!

Die meisten Schulen innerhalb des Projektgebietes sind gut ausgestattet. Besonders die Grundschule von Dokarpa hat sich seit meinem letzten Besuch vor vier Jahren erstaunlich entwickelt. Ich war begeistert. Sie verdient den Namen ‚Modellschule' zu Recht. Mehr und mehr Schulen haben inzwischen auf unsere Empfehlung hin separate Vorschulklassen eingerichtet. Andere schaffen gerade die notwendigen baulichen Erweiterungen. Insgesamt kann ich nur bestätigen, was schon die Lehrergruppe der Helene-Lange-Schule nach ihrem Besuch in Bhandar im vergangenen April betont hat, nämlich dass wir nunmehr das Schwergewicht auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität legen müssen. Mit dem Abschluss der Klasse 10 kann man in Nepal als Grundschullehrer unterrichten. Von vielen der vom Projekt bezahlten Lehrer habe ich die Rückmeldung bekommen, dass ein großes Interesse an einer Ausbildung besteht.  Fortbildungskurse werden nur in Kathmandu angeboten. Um nach und nach alle Lehrkräfte unseres Projekts auszubilden, sollen zwei Fortbildungskurse im Jahr in einer unserer der Modellschulen und somit im Projektgebiet selbst die Regel sein, und das über die nächsten Jahre. In Kathmandu habe ich zusammen mit Frau Laxmi Tamang, Lehrerin an unserer ersten Modellschule Dokarpa, verschiedene Institute besucht, die solche Trainingswochen vor Ort durchführen, und wir haben die Weichen gestellt.